Unterwegs,  Autofahren

Maut in den USA

Da jeder Bundesstaat selbst für seine Verkehrsinfrastruktur zuständig ist, gibt es in den USA kein einheitliches Mautsystem. Deshalb ist es ratsam, sich einmal kurz mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Die gute Nachricht ist:
der Großteil der amerikanischen Straßen ist mautfrei und somit ohne zusätzliche Kosten nutzbar.

Für ganz Eilige:
Am Ende dieses Artikels gibt es einen grafischen Entscheidungshelfer, der euch den Umgang mit Maut in den USA erleichtern soll.

Inhaltsverzeichnis:
Mautstraßen
Kontrollstellen
Ausgestaltung
Mietwagen, Maut und Gebühren
Unser Tipp ist
Entscheidungshelfer

Mautstraßen

Mautstraßen (toll roads oder auch turnpikes) sind immer klar durch Hinweisschilder als solche ausgewiesen.

Da wir uns auf unseren Roadtrips primär fernab der großen Freeways bewegen sollten, lassen sich die meisten Mautstrecken in der Regel problemlos umfahren. Lediglich in Florida ist etwa ein Drittel aller Freeways gebührenpflichtig, so dass man hier häufiger in die Verlegenheit kommt, auf einer solchen Straße zu landen.

Hin und wieder kann es aber durchaus sinnvoll sein, bewusst eine gebührenpflichtige Straße oder Brücke zu nutzen- z.B., wenn man hierdurch eine deutliche Zeitersparnis hat oder die Mautstrecke selbst der Grund ist, warum man dort fahren möchte (z.B. Golden Gate Bridge oder der Skyline Drive im Shenandoah Nationalpark).

Im folgenden erklären wir euch so kurz und verständlich wie möglich die verschieden Mautsysteme, die Zahlungsmöglichkeiten und die Gebührenstruktur der verschiedenen Mietwagenanbieter.

Kontrollstellen

Es gibt drei verschiedene Arten von Mautkontrollstellen, die euch auf eurer Reise begegnen können:

Zahlstellen

Zahlstellen stellen die am leichtesten verständliche Form der Mautstelle dar: Hierbei fahrt ihr einfach an ein Kassenhäuschen, zahlt die Mautgebühr für den jeweiligen Streckenabschnitt oder eine Brücke direkt bei einem Mautbeamten, anschließend öffnet sich die Schranke und ihr könnt weiterfahren. Für eine schnelle Abwicklung ist es empfehlenswert, stets einen „gesunden“ Bargeldvorrat dabei zu haben, häufig ist aber auch Zahlung mit Kreditkarte möglich. Manche Zahlstellen verlangen auch exakt passende Geldbeträge.

Transponder Mautsystem

Transpondersysteme sind prinzipiell die komfortabelste Methode der Mautzahlung: In der Windschutzscheibe eures Fahrzeugs befindet sich ein elektronischer Transponder, der beim Durchfahren einer Messstelle automatisch erfasst wird. Die Gebühr wird gebucht und am Monatsende erhält man seine Mautrechnung.

Die drei größten Mautsysteme sind:

SunPass ist gültig in Florida, Georgia und North Carolina.

E-ZPass ist das Mautsystem im Nordosten der USA und in 16 Bundesstaaten verbreitet.

FastTrak ist das kalifornische Mautsystem und kann für acht Brücken, sowie acht Mautstraßen genutzt werden.

Toll-by-plate Mautsystem

Dieses System ist dem Transpondersystem vergleichbar, allerdings ist hier kein Zusatzgerät in der Windschutzscheibe nötig, sondern eine Kamera erfasst direkt das Fahrzeugkennzeichen und schickt die monatliche Mautrechnung an den Fahrzeughalter, der sich im Vorfeld für das System registrieren muss.

Ausgestaltung von Mautstellen

Mautstellen sind generell deutlich erkennbar und werden über großflächige Hinweistafeln oberhalb der Fahrspuren angezeigt. Transponderspuren sind durch „Express-Lane“-Tafeln über der Fahrspur und dem Symbol des jeweiligen Transpondersystems zu erkennen. Manche Hinweistafeln enthalten eine große Digitalanzeige, in der der aktuelle, verkehrsabhängig variable Mautpreis angezeigt wird (je mehr Verkehr, desto höher der Preis).

Mietwagen, Maut und Gebühren

Mietwagen sind in der Regel mit einem Mautsystemtransponder des jeweils örtlichen Anbieters ausgestattet oder für das Toll-by-Plate-Verfahren registriert und sehen sowohl eine Nutzungspauschale pro tatsächlichem Nutzungstag (oder pro Mautstelle!), sowie die Mautgebühren (variieren, aber lediglich wenige Cent pro Kilometer) selbst als Kosten vor. Manche Anbieter (z.B. Sixt) bieten aber auch einen Mautpass als Zusatzoption zum Pauschalpreis an. Hier sollte man im Vorfeld genau überprüfen, mit welcher Variante man günstiger fährt!

Anbieter:Pauschalgebühr:Deckelung:Mautgebühren:
Alamo:3,95-4,95 US$/Tag30 US$zusätzlich
Avis:5,95 US$/Tag29,75 US$ (bis 30 Tage)zusätzlich
Budget:5,95 US$/Tag29,75 US$ (bis 30 Tage)zusätzlich
Enterprise:3,95-4,95 US$/Tag30 US$zusätzlich
Hertz:5,95 US$/TagKEINE! Jeder Tag wird berechnet!zusätzlich
Sixt:5US$ je Mautstrecke!KEINE! Jede Mautstrecke wird berechnet!zusätzlich
Stand: 25.09.2023

Unser Tipp ist:

Google Maps zeigt euch bei der Planung der einzelnen Streckenabschnitte Mautstrecken als orangefarbenen Hinweis direkt an. Vergleicht die Fahrtdauer mit und ohne Mautstrecken und entscheidet dann, welche Strecke die bessere ist.

Wenn ihr unseren Artikel Der richtige Mietwagen gelesen habt und über Billiger-Mietwagen oder Check24 einen Mietwagen reservieren wollt, achtet auf den jeweiligen Mietwagenanbieter bei der Auswahl des Angebots.
Wenn es sich dabei nicht gerade um Hertz oder Sixt handelt, könnt ihr einfach (wenn es erforderlich ist) die Transponderspuren der Mautstrecken nutzen. Dank der Deckelung ist es unwahrscheinlich, dass ihr auf eurem Roadtrip mehr als 50 Euro für sämtliche Mautkosten bezahlen müsst – egal wie häufig ihr euch auf Mautstrecken bewegt.
Und wenn an einem Tag mal nur eine Mautstrecke geplant ist und an den Kassenhäuschen keine Schlange ist, zahlt ihr die Mautgebühr direkt, dann spart ihr auch die tägliche Pauschalgebühr des Mietwagenanbieters.

Entscheidungshelfer: