Planung

Planungsbeispiel „Phase Zwei“

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Phase 2 der Roadtrip-Planung ist wie bereits im Artikel Kurz und bündig erwähnt äußerst umfangreich und unterliegt keiner chronologischen Ordnung. Die Reihenfolge der nachfolgenden Aufgaben des Planungsbeispiels ist praxisorientiert und zum besseren Verständnis an einen Roadtrip an der Westküste angelehnt:

San Francisco – Los Angeles – Las Vegas – Grand Canyon – Death Valley – Yosemite – San Francisco

Wir haben das Planungsbeispiel bewusst „theoretisch“ und sehr detailliert ausformuliert. Die Intention dahinter war, dass ihr sie ein Mal von Anfang bis Ende durchlest und dadurch ein grundsätzliches Verständnis der Phase 2 erhaltet. Bei eurer eigenen Planung ist das ganze dann ein absoluter Selbstläufer- Versprochen! 🙂

Im Detail erläutern wir:

Das Festlegen des Start-/Zielorts
Unterteilung der Gesamtstrecke in fahrtaugliche Einzeletappen
Aufenthaltsdauer und Erholungstage
Unterkünfte

Festlegung des Start-/Zielorts

Zunächst wollen wir uns damit beschäftigen, einen Start-/Endpunkt festzulegen. Da unser Reisegebiet ideal für eine Rundreise ist, bietet es sich an, dass Anfang und Ende am selben Ort liegen. Das hat auch häufig zwei geldwerte Vorteile: Günstigere Flüge (im Vergleich zu Gabelflügen) und keine zusätzliche Oneway-Gebühr beim Mietwagen.

Oneway-Gebühr:
Eine Gebühr, die Mietwagenfirmen erheben, wenn das Fahrzeug an einem anderen Ort zurückgebracht wird, als es empfangen wurde. Die Höhe ist gestaffelt nach der Distanz zwischen beiden Orten und kann schnell im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich liegen ( >1000 Meilen ca. 750 USD).
Rückgaben innerhalb eines Bundesstaates und teilweise auch angrenzender Bundesstaaten sind in der Regel ohne zusätzliche Kosten.

Zur Wahl stehen in unserem Beispiel die Städte

  • Los Angeles
  • San Francisco und
  • Las Vegas,

denn diese verfügen über einen internationalen Flughafen. Um aus diesen dreien nun den reisegünstigsten zu wählen, kann man die nachfolgenden Kriterien zurate ziehen:

  • Direktflugverbindungen
  • günstige Flugpreise und/oder -zeiten
  • Mietwagenpreise
  • örtliche Vorteile, wie z.B. Nichtnotwendigkeit eines Mietwagens vor Ort.
  • zweimaliger Aufenthalt am jeweiligen Ort vorteilhaft (viel zu erleben).

Alle drei Flughäfen werden direkt aus Deutschland angeflogen mit vergleichbarer Flugdauer.
Um nun die Flugpreise und -zeiten zu vergleichen, kann man bei den einschlägigen Flugsuchmaschinen im relevanten Reisezeitraum mit einigen Reisedaten herumspielen, um so eine Preistendenz zu erkennen.

Tipp:
Im Artikel Der perfekte Flug beschäftigen wir uns ausführlich damit, den für euch besten Flug in die USA zu finden, vergleichen Direktflüge mit Umsteigeverbindungen und gehen auch auf die individuellen Vorteile einiger Fluggesellschaften ein.

Neben dem Abgleich der Flugpreise sollte man in jedem Fall auch die örtlichen Mietwagenpreise überprüfen, denn diese können sich von Standort zu Standort um mehrere Hundert Euro unterscheiden, so dass ein vermeintliches Flugschnäppchen trotzdem zu einem Verlustgeschäft wird:

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Ein „örtlicher Vorteil“ wäre zum Beispiel, wenn eine Stadt besonders gut zu Fuß zu erkunden ist und man dadurch am Anfang und am Ende der Reise auf den Mietwagen verzichten kann.
Ein weiterer Vorteil wäre es, wenn die Stadt besonders viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat und sich dadurch ein zweigeteilter Aufenthalt (am Anfang und Ende der Reise) lohnt.

In unserem Beispiel gehen wir davon aus, dass sich Flug- und Mietwagenpreise auf gleichem Niveau bewegen, sich also keiner der Flughäfen besonders absetzen kann. San Francisco allerdings bietet den Vorteil, dass der touristische interessante Stadtkern zusammenhängend und Dank der weltberühmten Cable Cars besonders interessant erkundet werden kann. Dadurch kann man in den ersten und letzten Reisetagen auf den Mietwagen verzichten und somit Geld sparen.

Deshalb legen wir nun San Franciso als Start- und Endpunkt für unseren Roadtrip fest.

In unserer Liste „Roadtrip Westküste“ befinden sich aktuell sechs Einträge:

Als Startpunkt haben wir bereits San Francisco, oben links auf der Karte, festgelegt.

Da wir eine Rundreise planen, stellt sich nun die Frage „wie rum“ wir fahren.
Zu empfehlen wäre die Route entgegen des Uhrzeigersinns:

San Francisco – Los Angeles – Las Vegas – Grand Canyon – Death Valley – Yosemite – San Francisco

So beginnt man den ersten Fahrabschnitt entlang des malerischen Highway One und erlebt direkt pures Roadtrip-Feeling. Anschließend fährt man von Los Angeles über einen Abschnitt der Historic Route 66 nach Las Vegas, um dann gegen Ende des Roadtrips die beeindruckende Natur des Yosemite Nationalparks zu erleben, bevor man wieder nach San Francisco zurückkehrt. Besser geht es eigentlich nicht!

Unterteilung der Gesamtstrecke in taugliche Einzeletappen

Die Distanzen zwischen unseren bisherigen POI sind noch ziemlich groß und grundsätzlich zu lang für eine Tagesetappe. Deshalb müssen wir das ganze nun in handlichere Einzelabschnitte unterteilen und nach Tageszielorten suchen. Dies könnten interessante Städte, Sehenswürdigkeiten, aber auch außergewöhnliche Übernachtungsorte sein.
Exemplarisch machen wir dies nun für die Abschnitte

San Francisco – Los Angeles und Los Angeles – Las Vegas

unter Berücksichtigung unserer hilfreichen Grundsätze:

San Francisco – Los Angeles

Gemäß Routenplaner von Google Maps beträgt die Distanz zwischen beiden Städten etwa 600 Kilometer und die verkehrsgünstigste Fahrtroute führt uns über die Interstate 5.
Landschaftlich deutlich reizvoller ist die Fahrt an der Pazifikküste über den Highway 1. Entlang dieser langen Küstenstraße befinden sich viele kleine Orte, tolle Strände und Aussichtspunkte, an denen es sich lohnt, regelmäßig für kleine Pausen und Fotos anzuhalten.
Um genug Zeit für diese Stopps zu haben, planen wir deshalb auf halber Strecke eine Übernachtung ein – hier liegt der kleine Ort San Simeon mit einem typisch amerikanischen Motel (ihr könnt es bereits auf dem Titelbild dieses Artikels sehen), das nur wenige Meter vom Strand entfernt ist und sich perfekt für eure erste Motel-Erfahrung eignet. Die Distanz überschreitet zwar an beiden Tagen die empfohlenen 150 Tageskilometer, da wir aber gerade frisch erholt und voller Tatendrang von San Francisco aus aufgebrochen sind und wir die Etappen durch verschiedene kleinere Stopps auflockern, geht das absolut in Ordnung!

Los Angeles – Las Vegas

Dieser Streckenabschnitt ist ebenfalls ein Beispiel dafür, warum es manchmal sinnvoll sein kann, von der 150km-Regel abzuweichen:
Die Interstate 15 wäre die direkte Route, doch auf der 400km langen Strecke gibt es außer Staub und Sand quasi nichts zu sehen, weshalb man diese Etappe einfach in einer Tour abreißen könnte. Es ist jedoch nicht sonderlich reizvoll, mehrere Stunden stumpf geradeaus durch die Wüste zu fahren.
Deshalb schauen wir uns nach einer schöneren Alternative um, und wählen einen Umweg über die wirklich sehenswerten Orte Oatman und Kingman.
So führt unser Weg nicht nur über die Mutter aller Straßen, der legendären Route 66, wir überqueren auf unserem Fahrt nach Las Vegas ebenfalls den äußerst beeindruckenden Hoover Staudamm. Zusätzlich bietet diese Route viele interessante Fotopunkte und -für unsere deutschen Augen- ungewohnte Landstriche.

Sehenswürdigkeiten der Alternativroute


Als Übernachtungsort bietet sich dann die Kleinstadt Needles an, die nach einem längeren Wüstenabschnitt wie eine Oase im grünen Mohave Valley am Colorado River gelegen ist.

„Ausreißer“ Grand Canyon

Der Grand Canyon ist ein beeindruckendes Stück Natur, aber aufgrund seiner unfassbaren Größe nur bedingt mit dem Auto zu erleben. Bei unserem ersten Roadtrip empfanden wir es damals als wenig reizvoll, den Grand Canyon in die Fahrtroute zu integrieren.

Wir haben den Grand Canyon deshalb lieber aus der Luft per Hubschrauber erkundet:

Wir wurden in Las Vegas per Shuttle vom Hotel abgeholt und zum Heliport nach Boulder City gefahren. Von dort ging es dann mit dem Hubschrauber über den Grand Canyon. Highlight war dann aber die Landung IM Grand Canyon für einen kleinen Spaziergang, ein paar tolle Fotos und ein Picknick. Anschließend ging es wieder zurück zum Heliport und das Shuttle brachte uns wieder zum Hotel.
Ja, kostet etwas mehr (aktuell etwa 450 Euro pro Person), ist aber ein absolutes Erlebnis.

Eine Alternative mit Wildwest-Flair wäre aber auch möglich:

von Kingman aus fährt man nicht direkt in Richtung Las Vegas, sondern steuert Williams, Arizona als Übernachtungsort an. Von hier geht’s mit einem historischen Dampfzug für einen Tagesausflug zum Grand Canyon, um dann nach einer weiteren Übernachtung in Williams den Weg in Richtung Las Vegas fortzusetzen.

Aufenthaltsdauer und Erholungstage

Bei interessanten Großstädten mit vielen Sehenswürdigkeiten versteht es sich vermutlich von selbst, dass man hier unbedingt mehrere Tage einplanen sollte, da die Zeit ansonsten entweder nicht ausreicht oder man völlig gestresst von Attraktion zu Attraktion hetzt. Hier kommt es natürlich sehr auf die persönlichen Interessen an, deshalb kalkulieren wir für Los Angeles und Las Vegas pauschal jeweils drei Tage, für San Francisco vier Tage, da wir hier starten und enden:

  • Los Angeles (3 Tage)
  • San Francisco (4 Tage)
  • Las Vegas (3 Tage)

Bei Nationalparks ist die Aufenthaltsdauer recht unterschiedlich. Während man sich im Yosemite NP problemlos mehrere Tage aufhalten und die Natur genießen kann, ist dies im Death Valley nicht unbedingt erforderlich. Hier bietet es sich eher an, einen Tagesausflug von Las Vegas aus zu unternehmen.

  • Yosemite NP (2 Tage)
  • Death Valley (1 Tage)
  • Grand Canyon (1 Tag)

Auf diese Weise planen wir nun sämtliche Einzeletappen, bis unsere Liste von Anfang bis Ende eine schöne Route ergibt. Orte mit mehreren Aufenthaltstagen schreiben wir einfach mehrfach in die Liste. Wenn man seine genauen Flugdaten gefunden hat, kann man bei der Länge der jeweiligen Aufenthalte auch etwas „spielen“, damit der Roadtrip genau zwischen Ankunft und Rückflug passt.

Unterkünfte

Vielleicht habt ihr schon den ein oder anderen, besonderen Übernachtungort auf der Suche nach Zwischenhalten entdeckt- jetzt kümmern wir uns um den Rest:

In unserem Artikel Die perfekte Unterkunft geben wir euch einen detaillierten Überblick, worauf wir bei der Wahl unserer Unterkünfte achten und wie wir bei der Buchung unserer möglichst perfekten Unterkünfte vorgehen.